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Kongress in Potsdam

Leben mit Taubblindheit

 

Am 19. Und 20. September fand im Oberlinhaus in Potsdam der Kongress „Leben mit Taubblindheit“ statt, bei dem auch ITM vor Ort war. Etwa  250 Teilnehmer/innen nahmen an der barrierefrei gestalteten Veranstaltung teil. Neben Vertretern aus Wissenschaft und Politik kamen auch Mitarbeiter von Beratungsstellen, Einrichtungen, Wohlfahrts­verbänden und  Krankenkassen. Auch taubblinde und hörsehbehinderte Menschen sowie Aktive aus dem Bereich der der Selbsthilfe waren in Potsdam. Schirmherrin der Veranstaltung war Frau Luise Köhler, Gattin des ehemaligen Bundespräsidenten.

Potsdam Kongress 1

 

Das Thema Taubblindheit wurde aus verschiedenen wissenschaftlichen und praxisbezogenen Perspektiven beleuchtet. Wissenschaftler und Pädagogen vermittelten neueste Forschungsergebnisse. Mit Vertretern aus Deutschland, Dänemark, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden war der Kongress international besetzt.

Anhand der Vorträge wurde einmal mehr deutlich, wie schwierig die Lebenssituation der taubblinden Menschen in Deutschland immer noch ist. Deutschland hat die UN Behindertenrechtskonvention hinsichtlich der Anerkennung der Taubblindheit als eigene Behinderung immer noch nicht umgesetzt. Das Recht auf gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft durch die entsprechenden, gesetzlich verankerten Hilfen ist für Betroffene bisher weit gehend Theorie geblieben.

 

Für die Einführung des allseits geforderten Merkeichens nannte ein Vertreter des Bundesministerium für Arbeit und Soziales in seiner Ansprache auf dem Kongress das Datum Januar 2016. Das mag manchem zu langsam gehen. Aber wichtig ist, dass es ein klares Bekenntnis zum Merkzeichen von Seiten der Politik gibt und dass zum Zeitpunkt der Einführung auch die damit erwünschten konkreten Ansprüche rechtlich verankert sind. Denn das Merkzeichen an sich bringt nicht viel. Dies veranschaulichte der Bericht von Barbara Latzelsberger von der Beratungsstelle für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen in Wien. Die Österreicher haben zwar seit Jahren das Merkzeichen eingeführt, die Situation der Betroffenen ist allerdings eher schlechter als in Deutschland.

 

Die zahlreichen Vorträgen wurden von DGS-Dolmetschern, Schriftdolmetschern und lormenden TBA in bewundernswerter Ausdauer und Geschwindigkeit übertragen, zusätzlich war teilweise auch noch eine Übersetzung vom Englischen ins Deutsche nötig. Neben den Vorträgen gab es einen sogenannten „Markt der Möglichkeiten“. Dort gab es Stände mit vielen Informationen verschiedener Einrichtungen und Organisationen. Unter anderem konnte man auch die elektronische Lormhand ausprobieren, die an der TU Berlin entwickelt wird.

Potsdam Lormhand

Elektronische Lormhand

 

Potsdam O-Haus

Gruppe bei der Führung

 

Interessant waren auch die Führungen durch das Gelände des Oberlinhauses. Ein abendliches Programm mit gemeinsamen Essen gab die Möglichkeit zum persönlichen Austausch und rundete die wichtige und gelungene Veranstaltung ab. Vor der organisatorischen und logistischen Leitung dieses zweitägigen Kongresses kann man nur den Hut ziehen! Die große Arbeitsleistung aller Beteiligter hat sicher dazu beigetragen, dass sich die Situation der Taubblinden in Deutschland in absehbarer Zeit deutlich verbessern wird.



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