.

Merkzeichen TBl und Nachteilsausgleiche für hörsehbehinderte und taubblinde Menschen in Bayern

 

Jahrelang wurde die Anerkennung der besonderen Situation von Menschen mit doppelter Sinnesbehinderung gefordert. Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) brachte endlich das eigene Merkzeichen TBl mit sich. Das BTHG ist ein Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen. Es enthält viele Änderungen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten in Kraft treten. Taubblindheit wird im BTHG als Behinderung eigener Art anerkannt. Durch eine Änderung in der Schwerbehindertenausweisverordnung (SchwbAwV) Art. 18 Abs. 3 G v. 23.12.2016 wurde das neue Merkzeichen TBl für „taubblind“ im Schwerbehindertenausweis eingeführt.

 

Das Merkzeichen TBl wird schwerbehinderten Menschen zugesprochen, die folgende gesundheitlichen Beeinträchtigungen haben:

 

  • GdB 100 allein für Störung des Sehvermögens und gleichzeitig
  • GdB 70 allein für Störung der Hörfunktion

 

Ein Grad der Behinderung (GdB) von 100 für die Störung des Sehvermögens bedeutet, dass man „hochgradig sehbehindert“ ist. Dafür gilt die Definition der Sehschärfe von maximal 0,05 (das bedeutet: 5%). Auch andere Seheinschränkungen, zum Beispiel Gesichtsfeldeinschränkung oder Nachtblindheit können angerechnet werden. Wenn man auf beiden Ohren einen Hörverlust von 80% bis 95% hat, gilt man als „an Taubheit grenzend schwerhörig“ und bekommt dafür mindestens einen GdB von 70.

 

Die Beeinträchtigungen der Teilhabe der vom Merkzeichen TBl erfassten Personengruppe sind äußerst heterogen. Einheitliche konkrete Bedarfe sind schwer zu definieren. Deswegen ist das Merkzeichen mit keinem konkreten bundesrechtlichen Nachteilsausgleich verbunden - abgesehen von der Rundfunkbeitragsbefreiung. Das Merkzeichen umfasst nicht automatisch die Nachteilsausgleiche für blinde und gehörlose Menschen. Deshalb werden die Merkzeichen "Bl" (blind) und "GL" (gehörlos) bei Vorliegen der jeweiligen Voraussetzungen zusätzlich zum Merkzeichen "TBl" in den Schwerbehindertenausweis eingetragen.

 

 

Landesleistungen des Freistaats Bayern

 

  • Leistungen für blinde Menschen

 

Im Bayerischen Blindengeldgesetz erkennt der Freistaat Bayern die besondere Situation blinder Menschen an. Das Blindengeld als reine Landesleistung dient zum Ausgleich blindheitsbedingter Mehraufwendungen. Es setzt keine Pflegebedürftigkeit voraus und wird einkommens- und vermögensunabhängig gezahlt.

 

Blind ist, wem das Augenlicht vollständig fehlt oder wer auf beiden Augen über eine Sehschärfe von nicht mehr als 2 Prozent verfügt.

 

Dieses Gesetz wurde erweitert um:

 

  • Leistungen für taubblinde Menschen

 

Taubblinde Menschen erhalten in Bayern seit dem 01.01.2013 ein Taubblindengeld in doppelter Höhe des Blindengeldes. Die Definition für „taubblind“ ist hierbei enger gefasst als beim bundesweit geltenden Merkzeichen TBl!

 

Taubblind im Sinne des Gesetzes ist man, wenn zur Blindheit zusätzlich ein vollständiger Hörverlust oder an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit vorliegt. Die Voraussetzung hierfür ist ein Hörverlust von mindestens 80 Prozent.

 

 

  • Leistungen für hochgradig sehbehinderte Menschen

 

Um auch hochgradig sehbehinderte Menschen unterstützen zu können, hat der Freistaat Bayern zum 01.01.2018 die Einführung eines Sehbehinderten- und eines Taubsehbehindertengelds beschlossen.

 

Hochgradig sehbehindert ist, wer nicht blind ist und dessen Sehschärfe auf keinem Auge und auch beidäugig nicht mehr als 5 Prozent beträgt oder der so schwere Störungen des Sehvermögens hat, dass sie einen Grad der Behinderung von 100 bedingen.

 

  • Leistungen für hochgradig sehbehinderte Menschen, die gleichzeitig gehörlos sind („taubsehbehinderte Menschen“)

 

Hochgradig sehbehinderte Menschen, die gleichzeitig gehörlos sind („taubsehbehinderte Menschen“), erhalten Leistungen in doppelter Höhe des Sehbehindertengeldes.

 „Taubsehbehindert“ im Sinne des Gesetztes ist, wenn zusätzlich zur hochgradigen Sehbehinderung vorliegt: vollständiger Hörverlust oder an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit. Eine an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit liegt bei einem Hörverlust von mindestens 80 Prozent vor.

 

 

Aktuelle Nachteilsausgleiche nach dem Bayerischen Blindengeldgesetz:

 

  • Blinde Menschen erhalten ab 1. Juli 2018 610 Euro
  • taubblinde Menschen ab 1. Juli 2018 1.220 Euro
  • hochgradig sehbehinderte Menschen ab 1. Juli 2018 183 Euro
  • taubsehbehinderte Menschen ab 1. Juli 2018 366 Euro

 

 

Zuständig für die Zahlung ist das Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS). Die zuständige Regionalstelle des ZBFS fordert medizinische Befundunterlagen bei behandelnden Ärzten oder Kliniken an. Diese Befunde wertet der Ärztliche Dienst des ZBFS durch speziell geschulte Ärzte aus.



Schriftgröße:

Designauswahl

Designauswahl

Link zum Facebook Auftritt

 

Logo Selbsthilfe LAG Bayern                                                                                                                 Bezirketag

Logo Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen

Access-Keypad

Alt+0
Startseite.
Alt+3
Vorherige Seite.
Alt+6
Sitemap.
Alt+7
Suchfunktion.
Alt+8
Direkt zum Inhalt.
Alt+9
Kontaktseite.
(nur möglich mit Internet Explorer - und nach Auswahl mit Enter bestätigen)

Login

Login




Registrierung.
.
Passwort vergessen?
.